Interkultureller Garten Neubeckum

Projektbeschreibung
Der interkulturelle Garten Neubeckum ist eine internationale Begegnungsstätte. Hier findet Verständigung zwischen Menschen unterschiedlicher Kulturen statt. Einheimische Menschen gärtnern zusammen mit Menschen aus verschiedenen Herkunftsländern, jeder kann mitmachen und bekommt auf Wunsch sein eigenes Beet. Gärtnerische Erfahrung ist nicht erforderlich. Nicht die Arbeit, sondern Spaß am ökologischen Gärtnern und der Kontakt zu anderen Menschen stehen im Vordergrund. Natürlich wollen wir aber auch gemeinsam die Natur erleben, Gemüse für den Eigenbedarf anbauen und schöne Feste feiern. Der Interkulturelle Garten soll ein offener Garten sein, der Raum für Kreativität und Entspannung bietet.

Der Interkulturelle Garten liegt in Neubeckum, einer ca. 10.000 Einwohner zählenden Ortschaft in Ostwestfalen, NRW. Neubeckum ist ein junger Ort, 1899 wurde er am Beckumer Haltepunkt der Köln-Mindener Eisenbahn neu gegründet. Hier gibt es eine aktive muslimische Gemeinde, auch eine Moschee konnte am Ort gebaut werden. Im Rahmen der Zuwanderungsbewegung der vergangenen Jahre kamen vor allem Menschen aus Syrien in die Gemeinde. Es gab verschiedene Aktivitäten um Geflüchtete in das Gemeindeleben zu integrieren, z.B ein Café International, zu dem vor allem Syrische Menschen gerne erschienen. Schnell wurde deutlich, dass auch gemeinsames aktives Tun, Verantwortung für einen Teil Umwelt übernehmen und Selbstverantwortung zurück erlangen, starke Wünsche der Zugewanderten waren. Um einen besonderen Ort der Integration zu schaffen, wurde im Frühjahr 2017 der interkulturelle Garten gegründet.

Die Fläche umfasst ca. 1200m² und wurde von der Stadt gepachtet. Eingebunden in einen Grünzug mit mehreren Spielplätzen liegt sie zwischen einem Seniorenwohnheim, an einem Wanderweg und nahe eines großen Einzelhandelsbetriebes. Die anwohnenden Senioren erleben es als Bereicherung, die Geschehnisse im Garten beobachten zu können oder auch selbst mit Hand anzulegen.

Bei mehreren Aktionen unterstützt von vielen Helfern, konnten seit dem Frühjahr die Fläche umgegraben, ein Zaun als Wildschutz aufgestellt, ein Bauwagen auf die Fläche gebracht, Wege angelegt und die Beete eingeteilt werden. Schon bei diesen Vorbereitungsmaßnahmen waren HelferInnen unterschiedlichster Kulturen einbezogen. Mittlerweile gärtnern Menschen aus Syrien, der Türkei, Pakistan, Afghanistan, dem Irak und Deutschland im interkulturellen Garten. Über 15 Beete werden von verschiedenen Parteien gepflegt, insgesamt sind ca. 75 Erwachsene und Kinder im Garten regelmäßig aktiv. Kunstaktionen in Zusammenarbeit mit dem Stadttheater/der Kulturinitiative Filou (www.filou-beckum.de) haben stattgefunden, die nahe gelegene Gesamtschule führt eine regelmäßige Garten-AG durch, verschiedene Gruppen wie die "nature kids" des Freizeithauses besuchten den Garten und der Bauwagen wurde von dem kolumbianischen Künstler Jorge Hidalgo angesprüht. Ein Highlight war das Spät-Sommerfest im September, bei dem über 200 Interessierte den Garten besuchten.

Ziele des Projekts
Das Projekt will anhand gemeinsamem ökologischem Gärtnern zeigen, dass ein friedliches Zusammensein der Kulturen in Harmonie mit der Natur möglich ist. Außerdem sollte ein Ort entstehen, an dem Treffmöglichkeiten ohne Konsumzwang geschaffen werden. Kreative Orte des Ausprobierens auch für kulturell Interessierte, gibt es in Neubeckum wenig. Wir möchten einen solchen Ort ermöglichen, der Raum für Kreativität und Anders sein auch in einem eher konservativ geprägten, dörflichen Umfeld schafft. Projektträger des Interkulturellen Gartens ist der gemeinnützige Verein anders ackern e.V.. Ziel des Vereins ist es "ein Bewusstsein für unser ökologisches Verhalten gegenüber unserem direkten Umfeld und in der Öffentlichkeit zu schaffen und dafür den Weg durch soziale Projekte, Kooperationen und Bildungsarbeit zu ebnen."